College

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Disambig-dark.svg Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter College (Begriffsklärung) aufgeführt.

Colleges (lateinisch: collegium academiae, Studiengemeinschaft) sind Bildungseinrichtungen unterschiedlichen Typs in Ländern, in denen Englisch die Amts- oder vorrangige Verkehrssprache ist, wie z. B. in England und den USA. Teilweise werden sehr unterschiedliche Bildungseinrichtungen als College bezeichnet. So wird in den USA oft auch eine Hochschule so genannt, kann aber als „Community College” auch eine sonstige Institution zur Berufsausbildung bezeichnen. In Großbritannien und Irland können darunter sowohl eine Schule als auch eine Hochschule oder gar nur Teile davon verstanden werden.

Im Französischen bezeichnet Collège die école secondaire, die in etwa der Sekundarstufe I entspricht; im Deutschen ist Kolleg ein regional unterschiedlich verwendeter Begriff für eine Lerninstitution, z. B. Berufskolleg.

Inhaltsverzeichnis

Das College in den USA

College als Hochschule

In den meisten Fällen bezeichnet der Begriff „College“ in den USA eine tertiäre Bildungseinrichtung, also eine Hochschule. Vor allem solche Institutionen werden als College bezeichnet, die so genannte „Undergraduate Studies“ anbieten, also Studiengänge, die in der Regel nach vier Jahren zu einem Bachelor oder vergleichbaren ersten akademischen Abschluss führen. Einerseits können Colleges dabei eigenständige Einrichtungen sein, also Institute, die ausschließlich diese Undergraduate-Programme anbieten. Andererseits können mit College aber auch die Teile (schools) einer größeren Universität gemeint sein, welche die Undergraduate-Abschlüsse anbieten, während die Universität zugleich darauf aufbauende Master-Studiengänge anbietet. Daraus ergibt sich auch die heutige Ausbildungspraxis in den USA: Größere Hochschulen, die aus mehreren Fakultäten bzw. „Schools“ bestehen und unterschiedliche Abschlüsse anbieten, bezeichnen sich in der Regel als Universität („University“), während kleinere Einrichtungen, die ausschließlich Bachelor-Studiengänge anbieten, ein „College“ im Namen führen. Allerdings bezeichnen sich einige, mittlerweile größere Hochschulen aus historischen Gründen auch weiterhin als „College“ (z. B. die Universität Dartmouth College).

Im ersten Jahr werden die Studierenden umgangssprachlich oft als Frischlinge (freshmen) bezeichnet, politisch korrekt als (frei übersetzt) Erstsemesterstudenten (first year students), im zweiten Studienjahr als sophomores, im dritten als Junioren (juniors) und im vierten als Senioren (seniors). Eine Ausnahme bilden die Militärakademien, die stattdessen oder zusätzlich die Bezeichnungen „plebes”, „yearlings”, „cows” und „firsties” verwenden.

Wenn sie nach dem Erhalt des ersten akademischen Grades, des Bachelors, weiterstudieren möchten, können sich die Bachelor-Absolventen an einer graduate school für ein Master-Studium bewerben, auch um dort den PhD zu erwerben, der zum Tragen eines Doktorgrads berechtigt. Für berufsnahe Studienfächer wie klinische Medizin, Betriebswirtschaftslehre (business) oder Rechtswissenschaften (Jura), wechselt man in der Regel auf eine professional school.

Das Studium am College ist traditionell stärker schulisch strukturiert als an den Hochschulen im deutschen Sprachraum vor dem Bologna-Prozess, es besteht Anwesenheitspflicht. In den USA gibt es sowohl staatliche als auch private Colleges. An beiden Einrichtungen werden Studiengebühren (fees and tuition) erhoben (etwa zwischen $2.000 und $30.000 pro Jahr), in vielen Fällen zu 100 % unterstützt durch staatliche Studienfinanzierung, genannt Federal Student Aid oder Student Financial Aid, wobei die Gebühren an privaten Colleges in der Regel höher sind als an staatlichen.

Weitere Bedeutungen

Neben der beschriebenen Form bieten zweijährige Colleges, welche meist staatlich finanzierte Community Colleges sind, typischerweise berufsbildende Programme an, die mit Certificates, Diplomas oder auch einem Associate Degree abgeschlossen werden. Letztgenannte, so genannte Associate-Programme, dienen der Vermittlung von Wissen als Vorbereitung zum Besuch eines vierjährigen Colleges und ersetzen gleichzeitig oftmals die ersten beiden Studienjahre. Community Colleges bieten Transfer-Programme an, die es Studenten erlauben, nach nur zwei Jahren in das dritte Studienjahr einer staatlichen Hochschule einzusteigen und nach zwei weiteren Studienjahren ein Bachelor’s Degree zu erwerben.

Siehe auch: Early Decision

Das College in Großbritannien und Irland

In Großbritannien und Irland wird der Begriff College sehr differenziert benutzt und bezeichnet je nach Kontext unterschiedliche Einrichtungen des Bildungssystems:

  • einige private weiterführende Schulen („Public Schools“) wie etwa das Eton College.
  • weiterführende Schulen, so genannte Sixth Form Colleges, deren Schüler etwa 16 bis 18 Jahre alt sind und an diesen Schulen ein Advanced Level erwerben können
  • die einzelnen Bestandteile mancher Universitäten, wie etwa bei Cambridge, Durham, Oxford oder der University of London
  • weitere Einrichtungen außerhalb des traditionellen Bildungssystems. Dazu gehören auch University Colleges, also eigenständige, von anderen Universitäten unabhängige Einrichtungen des höheren Bildungssystems, die allerdings nicht den Status einer Universität erreicht haben.
  • Schulen, die wirtschaftlich-ökonomisch orientiert sind, wie z. B. das ADT College London.

Verhältnis von Universitäten und Colleges

Für einige Hochschulen bilden Colleges rechtlich und wirtschaftlich selbstständige Einheiten, so dass solche Universitäten auch als „Föderation von Colleges“ bezeichnet werden könnten. Der Grad der Bindung zwischen College und der zugehörigen Universität schwankt dabei.

Bei den Universitäten Cambridge, Durham und Oxford sind die Colleges etwa für die sozialen und wirtschaftlichen Belange der Studenten zuständig und übernehmen mit der Bereitstellung von Mensen, Studentenwohnheimen, Gemeinschaftsräumen, Bibliotheken oder Sport viele Aufgaben, die in Deutschland z. B. von Studentenwerken ausgeführt werden. Außerdem übernehmen sie beispielsweise durch Tutorien auch Teile der fachlichen Betreuung. Die Universität selbst ist allerdings für die Prüfungen zuständig und bietet die Vorlesungen an.

Bei der University of London geht die Eigenständigkeit der Colleges sogar so weit, dass sie fast als eigenständige Hochschule angesehen werden können. Auf der anderen Seite gibt es aber auch einige Colleges an Hochschulen, die zwar die oben beschriebenen Aufgaben übernehmen, dabei aber wesentlich weniger selbstständig sind als für Oxford und Cambridge dargestellt.

Vor allem auch durch die wirtschaftliche Eigenständigkeit vieler Colleges – sie haben eigene Angestellte, aber auch Eigentum – sind diese teilweise in einer wirtschaftlich besseren Lage als die Universitäten, zu denen sie gehören.

Colleges im arabischen Oman

Das arabische omanische Hochschulsystem ist relativ jung. Es gibt ein binäres Hochschulwesen, das im Wesentlichen aus Universitäten und Colleges sowie einigen höheren Instituten („Higher Institutes“) besteht. Im Oman bezeichnet der Begriff „College“ zumeist eine Bildungseinrichtung des tertiären Schulsystems, an denen ein so genannter „Undergraduates“-Abschluss erreicht werden kann. Die Studenten erwerben hier ihre ersten berufsqualifizierenden Abschlüsse.

Das erste Studienjahr schließt in der Regel mit dem „Higher National Certificate (HNC)“ ab, das einen eigenständigen Abschluss darstellt. Mit einem weiteren Studienjahr kann ein „Higher National Diploma (HND)“ erworben werden. Nach Abschluss eines dritten Studienjahres wird der akademische Grad eines Bachelor erlangt.

Colleges finden sich sowohl in staatlicher als auch in privater Trägerschaft. Forschungsaktivitäten werden – da die meisten Institute meist erst seit ein paar Jahren bestehen – noch nicht durchgeführt; die Aufgabe beschränkt sich meist auf die reine Ausbildung.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Bildungseinrichtungen, die zwar als College bezeichnet werden, aber eher dem sekundären Bildungssektor zugerechnet werden und so genannten Berufsfachschulcharakter haben. Einige der Colleges entsprechen eher den Berufsfachschulen und Fachoberschulen, als einer Hochschule bzw. Fachhochschule. Ein Berufsausbildungssystem, das mit dem Bundesdeutschen vergleichbar ist, fokussiert auf technische Berufe, soll nun mit Hilfe der GTZ aufgebaut werden.

An der einzigen staatlichen Universität des Landes, die SQU werden die Fachbereiche, an denen die „Undergraduates“ studieren, als „Colleges“ bezeichnet. Die Einrichtungen, an denen man darauf aufbauend einen Master-Titel erwerben kann, heißen dort „Schools“.

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